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Vergebung | Oder Schuldkult? Wie du frei von Schuldgefühlen werden kannst

In diesem Blogartikel zeige ich dir einen Weg, wie du frei von deinen Schuldgefühlen werden kannst.

Jeder Mensch hatte schon mal Schuldgefühle. Im Idealfall, bereinigen wir unsere Schuld und gut ist. Manchmal dauer tes länger. Es gibt auch Menschen die sich immer wieder Fremdverantwortung aufbürden. Gerade wenn es nach einem Konflikt nicht zur Versöhnung gekommen ist, fühlt man sich der Situation nicht mehr ganz so ohnmächtig ausgeliefert, wenn man die volle Schuld auf sich nehmen kann.

 

Man kann dann wenigstens etwas tun, ist wieder handlungsfähig, denn man kann sich...

  • selbst anklagen, bestrafen und bemitleiden
  • "richtig oder angemessen" verhalten oder einfach nur ein "guter Mensch" sein, um Ablehnung, Strafe oder noch Schlimmeres zu verhindern

Doch solche Gedanken entsprechen nicht der eigentlichen Wahrheit. Weder der Spruch: "Ich bin schuld" oder ich hätte "es" verhindern können. Das sind sehr häufig nur Rechtfertigungen um die Situation erträglicher zu machen. Bleiben sie über längere Zeit bestehen, prägen sie sich als negative Glaubenssätze tief in unser Unterbewusstsein ein und bestimmen über unser gesamtes Leben. Deshalb sind diese tief in die Seele eingegrabenen Muster auch so schwer zu beheben, da wir ein anderes Denken gar nicht zulassen können oder dürfen.

 

Oft benötig es eine ausführliche Auseinandersetzung mit diesen festgehockten Themen und meistens auch ein Schlüsselerlebnis, damit man seinen persönlichen Schuldkult endlich friedvoll zu Grabe tragen kann.

 

Ein Beispiel aus meinem Leben zeigt folgendes:

Meine gesamten Familienlinien waren und sind mit viel «Schuld» beladen. Mir wurden diese Schuldglaubenssätze bereits im Mutterleib übertragen, später durch meine Grossmutter, bei der ich aufgewachsen bin, durch ihre eigenen Glaubensätze ihrer Kindheit und ihrem streng katholischen Erziehungsstil: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa! So lebte ich beinahe mein ganzes Leben den Schuldkult meiner wichtigsten Bezugspersonen und meiner Ahnen nach. Ich fühlte mich schuldig an allem und wenn es unerträglich wurde, dann zeigte ich zwischendurch mit dem Finger auf die Anderen.

 

Obwohl ich später dann lernte Verantwortung für mein Tun und Unterlassen zu tragen, meine Vergangenheit bereinigt hatte, bürdete ich mir trotzdem immer wieder die Verantwortung meiner Mitmenschen auf meine eigenen Schultern. Ich fühlte mich sogar verantwortlich, wenn in Afrika ein Elefant pupste, eine Mücke in seine Ausdünstung flog und dadurch einen tödlichen Absturz erlitt - guilty!

Irgendwann hatte dieses Denken auch deutlich spürbare Konsequenzen in meinem Leben

  • Immer wieder drückten mir Mitmenschen ihre Verantwortung auf
  • Ich war immer und überall und für jeden Blödsinn Schuld
  • Gegenseitige Verurteilung und Vorwürfe waren die Tagesordnung
  • Damit überfordert, projizierte ich Schuldgefühle auf sie zurück, ein toxischer Kreislauf begann
  • Jedesmal wenn wieder so etwas passierte, kämpfte ich mit einem tagelangen Mindfuck
  • Ich litt immer häufiger unter Kopfschmerzen und zahrleichen schlaflosen Nächten
  • Plötzlich stellten sich auch finanzielle "Schulden" ein

Als es dann mit meinen Finanzen auch langsam bergab ging, war für mich die Schmerzgrenze erreicht.
Ich fühlte mich endlich genötigt genug, der Geschichte genauer auf den Grund zu gehen. Denn damals begannen sich obengenannte Situationen auffällig zu häufen. So geriet ich eines Tages wieder in eine Geschichte, in der ich mich ausgiebig in meiner Schuldbrühe suhlen konnte: Ich wurde, in einem für mich sehr wichtigen Termin, von dem ich auch mein damaliges Weiterkommen abhängig machte, zwar freundlich und total nachvollziehbar, versetzt. Doch sofort hatte ich mal wieder das Gefühl, dass ich nicht richtig oder gut genug war: Selber "Schuld", Karma für eine noch irgendwann ungesühnte Tat....whatever...

 

Doch so sehr ich auch suchte, ich fand diesmal einfach nichts, was mich als "Schuldig" belastete. 

Ich muss gestehen ab diesem Moment wurde ich langsam richtig ärgerlich. Das konnte doch einfach nicht sein, warum passiert mir das denn immer wieder?

Da ich aus meiner Sicht eine doch recht intensive und innige Verbindung mit unserem Schöpfer pflege, musste ich nun auch mal dort an die Türe klopfen und heftig Dampf ablassen. "Warum lieber Gott, lässt du das immer wieder zu? Du weisst doch das dieser Termin wichtig für mich war? Warum hast du das zugelassen? Was habe ich falsch gemacht? Sag es mir bitte!

Wie immer hatte ich dann die Intuition einen Stift in die Hand zu nehmen und meine Situation in meiner Art von "The Work" von Byron Katie aufzuschreiben:

Ich bin schuld, dass ich versetzt wurde, nun kann ich dieses und jenes nicht tun, stimmt das?
Ja, so fühlt es sich für mich an

Kann ich wirklich sicher sein, dass dieser Gedanke 100% wahr ist?
Nein
Wie fühle ich mich dabei, wenn ich so denke?

Mies, ich werde wütend und es macht mich klein, ich fühle eine schwere Last und fühle mich deswegen handlungsunfähig, eingeengt, fremdbestimmt
Was macht das mit meinem Körper?
Es zieht sich mir alles zusammen, ich spüre Druck im Nacken, Schulterbereich, die Atmung wird schwer
Wie reagiere ich, wenn ich diesem Gedanken glauben schenke
Werde ich konkret mit Schuldgefühlen bombardiert, gehe ich in Gegenangriff mit Vorwürfen um mein Gegenüber mit noch grösseren Schuldgefühlen zu entmachten. Ich ziehe mich zurück
Wie ginge es mir, wenn ich diesen Gedanken nicht mehr hätte?
Ich fühlte mich wieder selbstbewusster, in mir gemittet, leichter und frei in meinem Handeln
Woher kommen diese Gedanken?
Aus meiner Kindheit, ich kenne es nicht anders. Ich war oft an vielem Schuld: wäre ich nicht gewesen dann... wäre alles besser, leichter... etc.

Kann ich dem Menschen der mich versetzt hat verzeihen?

Natürlich, er hat mich ja unbewusst angetriggert und kann nichts für meine Gefühlsreaktionen
Kann ich meiner Familie verzeihen?
Natürlich, sie konnten damals ja auch nicht anders handeln, da das Trauma über Generationen weitergegeben wurde und bisher keiner den Mut hatte es endlich aufzulösen
Neue Satzbildungen und Erkenntnisse
Ich trage keine Schuld an der Terminabsage, die Person konnte nicht wissen, wie wichtig der Termin für mich war. Ich versetze mich selbst, schränke mich selbst ein mit meinem beschränkten Denken. Anstelle zu erstarren, mich als Opfer zu fühlen, kann ich die Situaiton einfach annehmen, loslassen und etwas ganz anderes machen, was mich vielleicht noch viel weiter bringt. Wenn sich diese Türe nicht öffnet, dann eben eine andere.

Und bei den letzten Sätzen ging mir endlich ein Lichtlein auf: Ich bin nicht für alles verantwortlich was mir in meinem Leben passiert ist. Manchmal passieren eben Dinge, die uns der Himmel schickt, damit wir uns nicht in etwas verrennen was uns schaden könnte oder wir erhalten dadurch neue Erkenntnisse um uns weiterzuentwickeln. Ich bin überzeugt, genau deswegen wurde ich durch diesen Menschen versetzt, ohne dass er sich bewusst darüber war. Aus diesem Grund war ich ihm auch nicht böse und konnte es nun absolut verstehen, warum alles so kam.

Denn genau diese Schlüsselsituation benötigte ich um meine negativen Schuld-Glaubenssätze endlich loszulassen. So traf ich für mich die Entscheidung, diesen Schuldkult per sofort zu kündigen und alles was dazu gehört zurückzugeben, da wo es hingehört. Ich vergab meiner Grossmutter, meinen Eltern und all meinen Ahnen, dass sie diese Glaubenssätze über Jahrzehnte oder Jahrhunderte aufrechterhalten und weitergegeben haben. Ich liess all das Negative was uns diesbezüglich verbunden hat los und übergab es Gott. Ebenfalls vergab ich mir selbst, dass ich diese Familien-Glaubenssätze so lange nicht erkannt und weitergepflegt hatte und liess es ebenfalls los.

Zum Abschluss segnete ich uns alle, wie ich es oft pflege und fand einen tiefen Frieden in mir. Diese Erkenntnisse, die ich aus meinen Schwierigkeiten mit Schuldgefühlen sammeln durfte, haben mir mein Leben massgeblich erleichtert und ich bin ganz sicher, auch jede Menge Heilung in meine Familie und mein Umfeld gebracht.

Natürlich blieben auch in Zukunft solche Sitatuionen nicht aus, aber ich konnte dann viel entspannter damit umgehen, denn ich erkannte mit der Zeit immer besser, was wirklich meins ist und was deins.

©sabineamrhein.ch

Frei von allen alten Geschichten, die man mir erzählt hat. Ich gehe durch das Tal meines eigenen Schattens.

Gajumaru - Yaima Music 💝


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