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Ahnenheilung! Durch Lebensaufarbeitung Heilung ins Familiensystem bringen

Auch was vor Jahrzehnten unter den Teppich gekehrt wurde, findet einmal seinen Weg ans Licht. In diesem Beitrag möchte ich Dir anhand der Geschichte eines Verwandten aufzeigen, wie ein Trauma durch ein frühverstorbenes Kind, auch ein ganzes Jahrhundert nach seinem Tod, durch die nachfolgenden Generationen geheilt werden kann.

Als ich noch Kind war, sprach meine Grossmutter ab und an über ein frühverstorbenes Geschwisterkind Namens „Seppli“ (kindl. Schweizerdeutsch Sepp oder Josef). Ich kann mich nicht genau erinnern, an was er gestorben ist, aber ich glaube es war eine Kinderkrankheit oder eine Meningitis. (Hirnhautentzündung)

Meine Grossmutter war die Älteste von 8 Kindern. Seppli war 9 Jahre jünger als sie und ist mit 10 Jahren verstorben. Sie hat mir nur wenig darüber erzählt. Das Thema wurde im Allgemeinen ausgeklammert. Sie und mein Grossvater hatten keine eigenen Kinder, boten aber Pflegekindern immer wieder ein behütetes und führsorgliches zu Hause. Mein leiblicher Vater war ein Adoptivkind und ich bin ebenfalls, wenige Monate nach meiner Geburt in ihre Obhut gekommen, da meine Mutter durch eine psychische Erkrankung nicht in der Lage war mich zu versorgen und mein Vater mit der Situation total überfordert war. Sie waren von da an „meine Eltern“ und ich lebte bei ihnen bis ich 16 Jahre alt war und durch eine ausserkantonale Berufslehre ausziehen musste. Nun war es so, dass meine Grossmutter ein etwas eigenartiges Verhalten pflegte. Sie sorgte sich zwar vorbildlich um ihre Pfleglinge, übertrieb es aber in vielen Bereichen, vor allem als man dem Kleinkindalter entsprungen war.

Ich kann hier in erster Linie für mich sprechen, aber bei Nachfrage war es bei allen anderen Pflegekindern inkl. meinem Vater ähnlich. So begleitete sie mich z.B. bis zur vierten Klasse jeden Morgen bis zur Schulhaustüre und wartete, bis ich die Treppe hoch in Richtung Schulzimmer verschwunden war. Ich hatte mich ständig in der Nähe des Hauses aufzuhalten, durfte als ich kleiner war, kaum mit anderen Kindern spielen und wenn dann nur unter Aufsicht von Erwachsenen. Als ich grösser war und Freundinnen besuchte, zählte sie die Minuten und rief nach ihrem Ermessen bei den jeweiligen Eltern an, ob ich angekommen sei, dasselbe Spiel, beim nachhause gehen, ob ich mich pünktlich auf den Heimweg gemacht habe. Wehe ich kam auch nur eine Minute zu spät! Wenn ich z.B. mit dem Fahrrad unterwegs war, stand ich mit dem Feldstecher unter Beobachtung, genauso, wenn ich im Sommer Schwimmen war. (Wir lebten mit Seeanstoss, ich durfte nur dort schwimmen wo sie mich sehen konnte, aber nicht in der örtlichen Seebadi, mit den anderen Kindern, wo sie keine Kontrolle hatte… hatte sie als Nichtschwimmerin natürlich auch zu Hause nicht, aber lassen wir es ;) In meiner Teenagerzeit, wurde ihr Kontrollzwang immer schwieriger, so wurden Freundinnen, deren Eltern oder Nachbarsmütter als persönliche „Leibwächter“ eingesetzt und wehe mir, ich gehorchte nicht und brach einmal heimlich aus und sie bekam es spitz. An dieser Stelle einmal ein herzliches Dankeschön an alle Mütter meiner damaligen Weggefährten und Weggefährtinnen, die mir netterweise immer wieder ein Alibi gaben, damit ich mich auch mal wie ein normaler Teenager austoben konnte 😉

Nach meinem Wegzug, habe ich logischerweise dementsprechend erstmal einige Jahre so richtig die Sau rauslassen müssen und mich gegen jegliche Art von äusserer Fremdbestimmung aufgelehnt. In Abhängigkeitsbeziehungen, ordnete ich mich jedoch aus Verlustangst, oder Angst nicht zu genügen, nicht geliebt zu werden, immer noch brav unter, so wie ich das eben als Kind gelernt hatte.

Nun denn, dann kam das unsägliche Jahr 2020 und dieser Lockdown. Von einem Tag auf den anderen wurde auch Frau Amrhein, wie alle anderen, in die totale gesellschaftliche Fremdbestimmung gezwungen. Und diese Zeit war richtig, richtig schlimm für mich. Alte unverdaute Emotionen meiner Kindheit kamen schwallweise an die Oberfläche und ich hatte sehr oft meine liebe Mühe, meine Wut und meine Aggressionen gegen diese oft total stumpfsinnigen und übertriebenen und in keinem Verhältnis stehenden Massnahmen und das allgemeine gesellschaftliche Regime, in den Griff zu bekommen. Ich denke da war ich sicher nicht alleine damit.


Als ich auch in dieser Zeit meinen Vater besuchte, sprachen wir einmal mehr über vergangene Zeiten und dazu gehörten auch immer kleine Anekdoten zum Verhalten meiner Grossmutter. Auch mein Vater hatte mit ihr haarsträubendes bezüglich Überbehütung erlebt und so fragten wir uns ernsthaft woher ihr Verhalten wohl kommen mag. Da fiel uns wieder der frühverstorbene Seppli ein. Vielleicht fühlte sie sich verantwortlich für seinen Tod? Oder sein Tod hat sie traumatisiert? Um 1920 war es zwar noch alltäglicher, dass nicht alle Kinder einer Familie überleben, aber wer weiss? So wurde ich nochmal intensiv mit den Themen meiner Grossmutter konfrontiert. Denn einige Muster davon erkannte ich leider immer noch in meiner Gegenwart. Andauernde Fremdbestimmung, Kontrolle, Manipulation, Kritik und meine eigene Abhängigkeit in noch so vielen Bereichen. Ich beschloss mich damit nochmals tiefer zu befassen, das Verhalten meiner Grossmutter mit meiner damaligen Lebenssituation zu reflektieren und meine eigenen Muster, die mich in diesem Hamsterrad gefangen hielten ehrlich zu hinterfragen und langsam zu verändern. Irgendwann merkte ich, dass mich die Projektionen im Aussen, die C-Massnahmen und den Wahnsinn den es mitzog, gar nicht mehr so sehr tangierten und vermehrt kalt liessen. Ich wurde immer mutiger, stand zu meiner Meinung und machte nur noch das, was ich für richtig hielt. Und das war in vielen Fällen, gegen den allgemeinen Strom zu schwimmen. Auch löste ich mich nach und nach von ungesunden Abhängigkeits-Beziehungen und fand immer mehr meinen Frieden. Heute kann ich eine sehr positive Entwicklung für mich mit dieser Zeit in Verbindung bringen. Den Resten lassen wir einfach mal stehen.

Doch kommen wir zurück zu unserem Seppli. Vor ca. einem Jahr, war ich wieder einmal bei meinem Vater zu Besuch und schon wieder kamen wir auf das Thema Grossmutter und Seppli zu sprechen. Ich fragte meinen Vater, ob es nicht noch jemanden aus der Familie gäbe, den man diesbezüglich befragen kann. Leider waren alle ihre Geschwister bereits verstorben. Da fiel meinem Vater, eine noch lebende hochbetagte Verwandte ein, mit der er guten und engen Kontakt pflegt. Er wollte sie dazu befragen. Was dann zum Vorschein kam war sehr interessant. Meine Grossmutter fühlte sich immer sehr verantwortlich für das Wohl aller. Der Tod von Seppli war zwar für die Familie schlimm, aber es gab noch einen weiteren Vorfall mit einem Nachbarskind, das anscheinend beim Verstecken spielen in einer Truhe erstickt sei. Das könnte vieles erklären fanden wir und hackten die Geschichte vorerst mal ab.

Diesen Frühling, am Geburtstag meines Vaters, kam es unter Familienmitgliedern erneut zu einer angeregten Diskussion bezüglich der Familienhystorie. Diesmal ging es darum, wer sich in der Familie seiner Verantwortung entzog, wer bis heute keine Existenzberechtigung hat und damit verbunden, Stillschweigen und alles unter den Teppich kehren. Ich erkannte wiederum ähnliche Muster in meiner Biographie und teilweise leider immer noch in meiner Gegenwart. Ich ging nochmals die mir bekannte Familienbiographie durch und merkte, dass ich für einen Teil des Familiengefüges, vatersseits, sehr viel Verantwortung übernommen habe und einen Teil ihres Schicksals für sie weitertrage. Und das Wichtigste überhaupt, dass ich das nicht mehr möchte. So ehrte ich ihr Schicksal, gab übernommene Last oder Schuld an den eigentlichen Verantwortlichen zurück und bat Jesus Christus um Heilung und seinen Segen für uns alle. Im hier und jetzt begann ich ebenfalls Dinge zu regeln, die ich bisher aus Angst oder falscher Scham nicht zur Aussprache bringen konnte und übernahm damit meinen Teil der Verantwortung in noch offenen Geschichten. Und siehe da, kurz danach begannen sich die ersten kleinen gordischen Knoten meines Lebens wie von Zauberhand zu entwirren.

Vor einigen Wochen hatte ich dann spontan den Impuls wieder einmal eine Schweizer Online-Ahnengalerie im Internet aufzusuchen, um zu schauen, ob sich da mal wieder was im Familiensystem getan hat. Bisher waren im Familienstammbaum meiner Grossmutter nur die bekannten Geschwister eingetragen. Seppli wurde nirgends gelistet. Er war „Inexistent“.

Und dann konnte ich meinen Augen nicht trauen. Plötzlich war Seppli im Familienstamm der Geschwister mit einem Eintrag inkl. Foto seiner 1. Hl. Kommunion vertreten. Er hatte endlich seinen richtigen Platz in der Familie wiedererhalten. Durch das Nachhacken meines Vaters in der Verwandtschaft hat sich anscheinend jemand die Mühe gemacht und den „verlorenen Sohn“ in das Familiensystem eingefügt und ihm seinen gebührenden Platz zurückgegeben. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Es fühlte sich so an als ob meine Mission diesbezüglich erledigt war und Seppli nun endlich seinen Frieden gefunden hat. Aber nicht nur er, auch mein Vater und ich und sicher auch ein wenig meine Grossmutter und ihre Familie.

Die Geschichte von Seppli zeigt mir,  dass es sich lohnt, seine Biografie und seine Lebensthemen sorgfältig aufzuarbeiten. Nicht nur zur eigenen Heilung, sondern auch zur Heilung der Ahnen. Alles kommt irgendwann ans Licht und möchte angenommen und integriert werden. Man kann die Dinge zwar für eine gewisse Zeit unterdrücken, doch irgendwann fordern sie immer nach Wahrheit und nach einem angemessenen Ausgleich.

Auch Jesus hat es bereits vor 2000 Jahren gesagt: "...und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!"
Joh 8,32

 

©sabineamrhein.ch
Photoart by klimkin on Pixabay thx4

Weiterführende Infos:

Wenn du aus der Schweiz bist und selber ein wenig Nachforschungen bezüglich deiner Vorfahren machen oder den Stammbaum deiner Familie eintragen möchtest, kann ich dir folgende Seite empfehlen:
https://www.portraitarchiv.ch/

Suchst du Unterstützung in der Aufarbeitung deiner Lebensthemen? Dann schau hier vorbei:
Vaterwunde heilen
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