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Dualseelen im christlichen Kontext

Dualseelen im christlichen Kontext?

In allen Epochen der Menschheitsgeschichte wird von besonderen, beinahe übernatürlichen Begegnungen zwischen einem Mann und einer Frau berichtet. Da mir das Thema Dualseelen ebenfalls immer wieder in der Beratungspraxis begegnet und Informationen dazu leider hauptsächlich nur im esoterischen Bereich zu finden sind, möchte ich mit diesem Blogartikel die Thematik auch einmal aus christlicher Sicht etwas näher beleuchten.

Gehen wir darum zunächst 6000 Jahre in der Zeitrechnung zurück, zu der Zeit in der Adam zum ersten Mal in Erscheinung trat. Aus der Bibel können wir entnehmen, dass Gott Adam als Hermaphrodit, dem Ebenbild und Gleichnis Gottes entsprechend. Wir können dazu in 1. Mose 1,27 lesen: "Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie."  (Gott beherbergt in sich das männliche und weibliche Prinzip, so auch jeder Engel)

An dieser Stelle wird das duale Innenleben des Vollmenschen ADAM, das erste Mal ganz bewusst erwähnt.

 

 

Was ist ein Hermaphrodit?

 

Im Hermaphroditen vereinigt in sich das männliche und weibliche Prinzip und ist geschlechtslos. Dies war der geistige Urzustand des Menschen als Ebenbild Gottes vor seiner Paradiesaustreibung. Denn der (Voll-) Mensch Adam lebte damals noch in einer Welt, die in ihrer Stofflichkeit noch nicht so stark materiell gefestigt war, wie sie heute ist.

 

Lesen wir weiter in 1. Mose 2,21: «Da ließ der HERR, Gott, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief.» Geistig betrachtet bedeutet dies, dass Adam der Voll-Mensch nicht leiblich einschlief, sondern sein in ihm wohnhafter Gottgeist sank in eine Art geistigen Tiefschlaf. Denn in Adam entwickelte sich mit der Zeit eine immer stärker werdende Eigenliebe, die ihn zwangsläufig zu Gottes Gegenpol gemacht hätte und so nicht weiter bestehen konnte. Durch die göttliche Vorsehung geschah es, dass Gott Adams überhandnehmende Eigenliebe, in der ebenfalls feinstofflichen, körperlichen Gestalt Evas, als Adams weibliches Dual, vor ihn stellen musste, damit er sich nicht durch diese narzisstische Selbstliebe vernichtete. Denn durch diesen Akt wurde Adam gezwungen, sich nicht in sich selbst, sondern in seiner Frau Eva zu erkennen und sich selbst, durch die Liebe zu ihr, in veredelter Weise zu lieben.

Dadurch war die göttliche Ordnung bei Adam und seiner in der Person Eva eingekörperten Eigenliebe Eva, vorübergehend wieder sichergestellt. Solange bis die ursprüngliche Ordnung des paradiesischen, himmlischen Zustands als Vollmensch, wieder hergestellt war: Dem Eintritt und der Wiedervereinigung des Dualpaares Adam und Eva im himmlischen Jerusalem.

 

Wir alle waren einmal Adam, ein Vollmensch. Und somit kann jeder Mann nur eine ihm vollkommen entsprechende Frau haben. Seine ganz persönlich hinausgestellte Eigenliebe, in menschlicher Gestalt, wie es bei Adam und Eva war. Jeder von uns, läuft also auch heute noch geteilt in Mann und Frau, als Halbmenschen durch die Welt, um seine Seele, ohne es zu wissen, seinen Gottesgeist zu erwecken, seine Seele zu läutern und seine Liebe zu geistig zu veredeln.

Damit erklärt sich, weshalb die Frau den Mann und der Mann die Frau instinktiv sucht, um wieder ein komplettes Wesen zu werden. Gerade Frauen haben dadurch einen oftmals sehr leidvollen Lebensweg zu bestreiten. Denn überbordende Eigenliebe kann nur durch Demut in die Rechte Bahn geleitet werden. Wenn man das Leid der Frau aus dem Blickwinkel der obengenannten Dynamik betrachtet, kann man vieles besser verstehen und sich dem Prozess vertrauensvoller hingeben. 


In der nun unumwendbaren Zeitenwende, sehen wir immer häufiger solche Dualbegegnungen. Sie verlaufen jedoch meist nicht harmonisch, sondern dienen in erster Linie als spirituelles Sprungbrett um das Bewusstsein dieser Paare auf eine höhere geistige Ebene zu transformieren.

 

Man findet das Thema auch in christlicher Literatur. Der schwedische Forscher und grosse Seher Emanuel Swedenborg widmete der Dualliebe gar ein ganzes geistiges Werk «Die eheliche Liebe». In dieser Schrift von 1768, werden mit zahlreichen Verweisen auf Bibelstellen, die verschiedenen Abstufungen der ehelichen Liebe und ihr Verhältnis zu Gott genau beschrieben. Ebenfalls erfahren wir in diesem Buch, dass zusammengehörende Paare auf Erden in der Regel zur selben Zeit geboren werden. Eine definitive Zusammenführung beider Duale kann jedoch nur geschehen, wenn beide Seelen dazu die nötige geistige Reife erlangt haben. Vor dem Aufeinandertreffen sollte zumindest der Mann bereits die wahre Erkenntnis Gottes, in Jesus Christus erfahren haben und danach tätig geworden sein.

 

Ist dies bei der Zusammenführung noch nicht geschehen, ist beim Unterfangen «Wiedervereinigung» mit erheblichen Hindernissen zu rechnen. Was heute bei den wohl allermeisten Dualzusammenführungen auch deutlich sichtbar wird.

 

Beide Duale erkennen sich irgendwie und verlieben sich. Ihre Liebe ist jedoch noch voller Begierden und Abhängigkeiten. Beide haben in den allermeisten Fällen ihre Mutter- und Vaterwunden und die daraus entsprungenen, traumabasierten Überlebensmuster noch nicht aufgearbeitet und insoweit überwunden, dass ein harmonisches Miteinander auf einer spirituell höheren Ebene möglich ist. Ihre von zahlreichen Lebensängsten getriebenen Verhaltensmuster verunmöglichen es, diese hohen Energien einer Dualzusammenführung dauerhaft aufrechtzuerhalten.

 

So treffen sich heute solche Paare meist nur für eine kurze Zeit. Bis der eine, in den meisten Fällen der Mann, diese Anziehung und den Spiegel der ihm vorgehalten wird, nicht mehr aushält und flüchtet. Danach beginnt nicht selten ein Spiel von zahlreichen On- und Off- Begegnungen, ausgeprägten Gaslightingspielchen oder Ghostingepisoden.

Das andere Dual, meist die Frau, stürzt sich folgedessen ebensfalls aus Verzweiflung in ihre, aus der Kindheit stammenden Überlebensmuster und versucht mit allen Mitteln den Mann wieder für sich zurückzugewinnen. Ein Verhalten, das den Mann meist nur noch weiter von ihr wegstösst und die Frau immer tiefer verletzt. So geht es munter hin und her, bis sich das «verlassene, meist weibliche Dual» endlich zusammenrafft, ihren Dualpartner komplett loslässt und ihn an Gott/Jesus Christus übergibt und an ihrer eigenen Heilung arbeitet. Erst dann kann auch der Mann in seine eigene Verantwortung kommen. Auf diesem Weg werden allmählich beide, nach einem mehr oder weniger leiderfüllten Leben reif für diese einzig wahre, eheliche Liebe vor Gott.

 

Zur Zeit Adams waren Dualzusammenführungen die Regel, heute sind es seltene Ausnahmen, man liest jedoch immer öfter davon und begegnet Menschen, die eine solche Erfahrung machen durften. Es ist erstaunlich wie sehr sich die beiden oft ähnlich und harmonisch sind. Im Charakter, in ihrer Bewegung, in ihren Interessen, in den Gesichtszügen, den Augen, Gedankengängen und Empfindungen. Oft haben auch beide einen recht ähnlichen Lebensweg mit ähnlichen Interessenbereichen hinter sich, z.B. Beruf, Musik, Sport etc. Überall lässt sich eine Ähnlichkeit finden. Selbst ihre Körper haben eine ähnliche Struktur und je älter sie werden, desto mehr werden sie zum gegenseitigen Abbild.

 

Da der Entwicklungsweg der Paare auch völlig von ihrer Willensfreiheit abhängig ist, finden die allerwenigsten Paare bereits dauerhaft auf Erden zusammen. Gottes Vorsehung hat es daher eingerichtet, das sich auch nicht Dualehepaare finden und sich dadurch unabhängig vom eigentlichen Dual auf diese Liebe vorbereiten können. Die gemachten, Entwicklungsschritte strömen dabei auf feinstofflicher Ebene völlig unbewusst auch beim eigentlichen Dual und dessen momentanen Partner ein. So veredelt die barmherzige, göttliche Vorsehung, nach und nach die Liebe aller Partner, für die grosse Wiedervereinigung, spätestens in den jenseitigen Sphären.



 

 

 

 ©sabineamrhein.ch

Literaturempfehlungen


Wer sich in die Dualseelethematik im christlichen Kontext noch weiter vertiefen möchte, kann ich folgende Bücher zur eigenen Recherche von ganzem Herzen empfehlen:

Das Buch Die eheliche Liebe ist über den Swedenborgverlag oder den Buchhandel erhhältlich. Hier geht es zum PDF als Leseprobe.

 

 

 

 

 

 


In allen Kulturen und Religionen, sind mehr oder weniger Konzepte dieser Lehre vorhanden. Im christlichen Bereich findest Du diese vor allem im bereits erwähnten Werk Emanuel Swedenborgs «Die eheliche Liebe». 


Beim Mystiker und Schreibknecht Gottes Jakob Lorber werden in «Bischof Martin», «Robert Blum - von der Hölle bis zum Himmel», der «Jugend Jesu» oder im «Grossen Evangelium Johannes» Dualpaare zusammengeführt.

Weitere Erläuterungen z.B. auch beim grossen christlichen Mystiker Jakob Böhme z.B. in seinem Werk: «Mysterium Magnum oder Erklärung über das erste Buch Mosis».

Ebenfalls findet man Fragmente in einigen Apokryphen Schriften:

Davon hier einige kurze Auszüge:

 

Thomasevangelium

 

Text 22: Jesus sah zwei kleine Kinder, die gestillt wurden. Er sprach zu Seinen Jüngern: "Diese Kleinen, die gestillt werden, gleichen denen, die in das Königreich eingehen werden." Die Jünger sprachen zu IHM: "Werden wir denn als Kleine in das Königreich eingehen?" Jesus antwortete ihnen: "Wenn ihr die zwei zu einem macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere - und zwar damit ihr das Männliche und das Weibliche zu einem einzigen macht.... dann werdet ihr eingehen in das Königreich".

 

Text 106: Jesus spricht: "Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Menschensöhne werden. Und wenn ihr sagt: Berg hebe dich weg, so wird er sich wegheben."

 

Text 48: Jesus spricht: "Wenn zwei miteinander Frieden schließen in ein- und demselben Haus (Im göttlichen Geiste), dann werden sie zum Berg sagen: Hebe dich weg! - Und er wird sich wegheben."

 

Philippus-Evangelium

 

Text 78: Hätte die Frau sich nicht vom Mann getrennt, wären sie und der Mann nicht gestorben. Die Trennung von ihm ist zum Ursprung des Todes geworden. Deswegen ist Christus gekommen, um die Trennung, die von Anfang an bestand, zu beseitigen und sie beide wieder zu vereinigen, und um denen, die in der Zeit der Trennung gestorben sind, Leben zu geben und sie zu vereinigen.

 

Wer schreibt hier?


Ich bin Sabine, ich helfe Menschen, sich selbst, ihre Mitmenschen sowie ihre Lebensumstände besser zu verstehen und positiv zu verändern. Ebenfalls möchte ich dazu ermuntern, alte, verstaubte religiöse Dogmas kritisch zu hinterfragen und aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Nur dies ermöglicht weiteres, geistiges Wachstum und eine positive Veränderung unserer Welt, wie sie von Gott für uns Menschen gedacht ist.

 


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Schreibe mir eine Mail, ich biete in diesem Bereich auch Online-Beratungen an.


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